Tun was mir gut tut – ein etwas anderer KAL


Wie oft nimmt man sich vor, jetzt aber wirklich mal  etwas zu tun, das einem gut tut. Das Leben soll schöner werden, man will sich besser fühlen. Da werden, besonders zum Jahreswechsel, große Vorhaben angedacht, wie mit dem Rauchen aufzuhören, regelmäßig zu joggen oder im nächsten Jahr kein Strickgarn zu kaufen, weil man doch wirklich genügend davon hat. Grundsätzlich ist das natürlich okay, auch wenn ich das mit dem Strickgarn nicht vorbehaltslos unterstützen kann.

Oft scheitern die großen Vorhaben daran, dass man sich zuviel vorgenommen hat, sich zu stark unter Druck setzt, das Ganze im Alltag völlig untergeht. Dabei wissen wir doch alle, dass gerade die kleinen Dinge unser Leben schön machen.

Als Selbständige höre ich oft Sprüche wie: „Selbständig heißt selbst und ständig zu arbeiten.“ wobei Arbeit einen negativen Beigeschmack bekommt, als wäre Arbeit eine Strafe. Ich arbeite gerne und ich arbeite hart und diszipliniert. Manchmal muss ich mir das selbst klar machen und mich mal loben: „Das hast du jetzt richtig gut hinbekommen.“ oder auch laut sagen: „Das war ein sehr produktiver Tag, ich habe dies und das und das auch noch gemacht. Wow!“. Warum laut sagen? Der Grund ist, dass ich mir diese Dinge ins Bewusstsein rufen will, das Aussprechen dient der Verstärkung und Verankerung in demselben. Als 200% Perfektionistin wäre ich sonst dauerfrustriert.

Was hat das alles mit einem Knitalong (alle stricken dasselbe Modell) zu tun? Das ist eine interessante Geschichte. Kürzlich lud ich mir das Buch 15 Healthy Habits herunter. Das kam gerade passend für mein Vorhaben, ein wenig besser mit mir umzugehen, denn darin gibt es ein paar gute Tipps, wie man kleine Dinge, die einem gut tun, in den Tagesablauf integrieren kann. Die Autoren schreiben vielversprechend: „Wir zeigen dir auch, wie das funktioniert.“ Yepp, das kann ich bestätigen. Mich hat es zu dieser Idee für die Jahreswende geführt. Wer Lust hat, heute schon zu lesen, wie man sein Gehirn von den eingefahrenen Gleisen auf eine andere Umlaufbahn bringt, dem empfehle ich diesen Artikel. Und damit sind wir beim KAL zur Jahreswende.

Nachdem ich mehrere Versionen des Cassetta Cowls ausprobiert hatte, habe ich überlegt, was ich jetzt dringend als erstes stricken „muss“. Vernünftig wäre gewesen, mich hinzusetzen, diszipliniert ein Notizbuch, Stift, Stricknadeln und Garn bereitzulegen und den Frühjahrspullover aus Yaksilk und Seide zu beginnen, den ich seit Monaten plane.

Also habe ich alles bereitgelegt und mich gefragt: „Habe ich dazu jetzt und heute Lust?“ Die Antwort kam sofort aus dem Off: „Nö“. Frage: „Worauf habe ich Lust?“. Antwort: „Ich will heute schmuseweiche Carmano verstricken, weil es mir gut tut, das weiche Garn zu fühlen. Außerdem will ich seit Wochen Orange, Tomatenrot und Weinrot verstricken, weil das so schöne warme Farben sind.

Und viel herumrechnen mag ich jetzt auch nicht, ich will einfach drauflos stricken“. Drei ausgezeichnete Gründe, sofort das Guttut Tuch anzuschlagen und mich jeden Tag auf mein Strickzeug zu freuen.

Angefangen habe ich mit einem Muster, das ziemlich flott von der Hand ging. 2 Farben wurden im Wechsel verstrickt, das bot trotzdem genügend Abwechslung.

Während des Strickens habe ich ein Buch gelesen, das ging noch ganz gut. In Phase 2 kam eine Variante des Musters hinzu, die das Lesen definitiv nicht mehr erlaubte, aber ich hab mir dabei ein paar schöne Filme angesehen.

Mit Phase 3 war es aber auch mit den Filmen vorbei und ich musste dauernd auf mein Strickzeug schauen. Nicht, weil es kompliziert wurde, aber weil ich sehen musste, wo ich mit der Nadel herumfuhrwerke. Hörbuchtauglich ist es allemal, aber ich habe lieber das Muster in Atemübungen umgesetzt, das bietet sich nämlich an.

Die dynamischen Farben Orange und Tomate haben dabei gute Laune gemacht. Der Prozess war eine tolle Übung für ein Entschleunigungsprogramm, das ich zum Jahreswechsel machen und zu dem ich euch herzlich einladen möchte.

An jedem Tag zwischen Heiligabend, 24.12.2014 und Dreikönigstag am 06.01.2015 werde ich etwas machen, das mir guttut. Etwas, das nur für den jeweiligen Tag sein soll, keine großen Sachen wie Hausputz, denn das wäre eher ein Wochenprogramm und würde mir auch nicht wirklich Spaß machen. Vielleicht räume ich aber meinen Arbeitstisch ab oder putze mal alle Färbetöpfe, weil Färbepause ist – vorausgesetzt ich habe Lust dazu. Außerdem will ich jeden Tag etwas Neues probieren und damit ich mir da nicht den Kopf zerbrechen muss, werde ich einfach jeden Tag ein neues Getränk probieren. Als Kaffeesüchtige habe ich zwar inzwischen schon einen säurearmen und nicht so koffeinhaltigen Kaffee aus der Landrösterei in einem Nachbarort gewählt, aber es gibt ja noch so viele andere Möglichkeiten

In diesen 14 Tagen werde ich jeden Tag einen kleinen Blogbeitrag schreiben, das hilft mir, bei der Stange zu bleiben und zu tun, was mir gut tut. Täglich gibt es einen Gedanken oder eine positive Affirmation oder über den ich nachdenken kann. Da habe ich sehr viele Auswahlmöglichkeiten, Karten, Bücher, Aura Soma Online-Reading und anderes, was mir halt so in den Sinn kommt.

Dazu gibt es 3 Sätze, die es zu ergänzen gilt:

Heute werde ich ……. trinken.

Heute werde ich eine Viertelstunde…….

Heute freue ich mich über……

Wer will, kann diese Fragen gerne auf seinem eigenen Blog verwenden oder hier als Kommentar abgeben. Ihr braucht auch nicht mitzustricken, einfach mitmachen macht auch schon Spaß. Wer gerne mitstricken möchte, bekommt hier noch ein paar Infos:

Gestrickt wird ein Mystery Tuch, d.h. außer mir weiß noch niemand, wie es aussieht. Das Tuch ist ein leicht halbmondförmiges Dreieckstuch mit den Maßen 200 x 100 cm. Wer es im Rücken nicht so tief haben möchte, kann es auch mit den geschätzten Maßen 220 x 75 cm stricken. Es wird überwiegend glatt rechts gestrickt und immer nur mit einer Farbe

Gestrickt wird entweder mit 3 Farben Carmano, Babyalpaka mit Maulbeerseide und Lauflänge 300 m / 100g, empfohlene Nadelstärke für dieses Projekt ist 4 mm. Damit liegt der Fokus auf den Farben.

Die Alternative mit 2 Strängen Yaksilk, 50% feinstes Yakunterhaar mit 50% Maulbeerseide, Lauflänge 466m / 100g, empfohlene Nadelstärke für dieses Projekt ist 3,5 mm, legt den Fokus eher auf die Struktur.

Die oben gezeigten Kombinationen habe ich im wollerey Shop eingestellt, wer wissen will, welche Kombis noch verfügbar sind, gibt einfach im Shop den Suchbegriff „Gut“ ein. Wer mutig ist, wählt ein Überraschungspaket

und teilt mir seine „Igitt“ Farben mit. Abonnentinnen können sich einfach so überraschen lassen, da kenne ich die Farbvorlieben schon.

Gemeinsam gestrickt wird in der wollerey group bei Ravelry, wer noch nicht Mitglied ist, wird jetzt von mir ganz herzlich eingeladen. Damit ihr mal sehen könnt, wie so ein täglicher kleiner Blogbericht aussehen wird hier der Blogeintrag zum Nikolaustag:

Der Tagesgedanke kommt aus einem Elfenhellfer Buch:

„Achte und schätze dein Denken. Du machst es gut.“

Das Stöckchen:

Heute werde ich eine Tasse Brennessel-Eisenkraut-Tee trinken.

Heute werde ich eine Viertelstunde an der frischen Luft Fotos machen. Ooops, hab ich schon ;o))).

Heute freue ich mich über den weichen Streichelbauch von Kater Tigger.

Wer gleich mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen. Gebt einen Kommentar mit den 3 ergänzten Sätzen ab oder verlinkt zu eurem Blog, in dem ihr das Stöckchen aufgenommen habt.

Ich freue mich über alle, die mitmachen und bin schon wahnsinnig gespannt auf die Ergebnisse unseres Guttut Mysterys.

2 Gedanken zu „Tun was mir gut tut – ein etwas anderer KAL

  1. Das ist ja mal gut….voll mein Ding ich schau mal bei der wollenes vorbei…. Muss über Weihnachten arbeiten und da ist dringend “ guttun“ sprich stricken in der Freizeit absolut dran….Adventsgrüsse von Doro

  2. Welch schöne Idee! Ich glaube da möchte ich gerne mitmachen…
    Heute werde ich eine Tasse von dem leckeren weißen Glühwei trinken, den ich mir vor zwei Wochen gekauft habe.

    Heute werde ich eine Viertelstunde oder länger in meiner Badewanne verbringen mit der tollen Badeseife aus Waren.

    Heute freue ich mich über meinen endlich erledigten Bericht, den ich nach immens langem Nachdenken endlich erledigt habe!

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