Entschleunigung Teil 2

Seit gerade eben können die Teilnehmerinnen des Mystery Knitalongs mit dem zweiten Teil des Tuches beginnen. Da das Schreiben von Anleitungen bei mir oft mit großem Stress einhergeht, weil ich eigentlich gar keine Lust darauf habe, freue ich mich heute ganz besonders darüber, dass ich Teil 2 pünktlich und ganz entspannt fertig bekommen habe und ihn versenden konnte. So geht es weiter:

Guttut Teil 2

Wie man sieht, führt das neue Muster dazu, dass man sich mehr konzentrieren und öfters hinschauen muss und trägt damit zur stufenweisen Entschleunigung bei.

Nachdem ich nun meinen Pflichten nachgekommen bin, kann ich heute mindestens eine Viertelstunde spazieren gehen und nach der trockenen Heizungsluft die schöne feuchte Luft des Tauwetters inhalieren. Das wird gut tun!

Trinken werde ich heute ein Kännchen Winter Kräuter Tee. Den habe ich geschenkt bekommen und auf den Tütchen steht nicht, was darin ist. Ich lasse mich überraschen.

Auf meiner Tages-Karte aus dem Erzengel Deck von Doreen Virtue steht der Tagesspruch:

„Nimm eine Inventur deines Lebens vor und beschließe, alles zu verändern oder zu heilen, was nicht im Gleichgewicht ist.“

Öh. Das klingt nach einer längeren Unternehmung und ist auf jeden Fall okay. Als Tagesprogramm vielleicht ein wenig heftig. Ich beginne mal mit All is welcome here.

Jetzt aber!

Nachdem meine Bemühungen um Entschleunigung in den letzten Tagen ziemlich sabotiert wurden, kommt der Spruch für heute von einer Tarotkarte: „Wer, wenn nicht du, wann, wenn nicht jetzt?“. Das meine ich aber auch! Heute ist alles ganz verlangsamt, in der Frühe schon frischgefallener Schnee und alles still. Und die Musik, um Schneeflocken fallen zu sehen: Dirait-on.

Eine Viertelstunde habe ich den vielen Vögelchen an der Futterstelle zugesehen, Dompfaff, Stieglitz, Kleiber, Kohl-, Blau und Sumpfmeisen, Amseln, Goldammern, Grünfink und sogar ein Buntspecht. Ein Gewusel, ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll.

Ich freue mich heute und muss darüber lachen, dass die Kinder mich „Frau Wolle“ nennen und weil alles so schön weiß ist, habe ich beschlossen, mir gleich einen Bananenmilchshake zu machen und zu trinken.

Das Leben ist nicht planbar

und ob der Wunsch „Mögest du in interessanten Zeiten leben.“ nun Segen oder Fluch ist liegt wohl im Auge des Betrachters. Mir z.B. könnte es jetzt gerne mal etwas langweilig werden, denn eigentlich hatte ich für heute keinen Arbeitstag eingeplant. Irgendwann musste aber die große Carmano Lieferung kommen und das war heute der Fall. Der nette Fahrer hat mir gleich 3 von den großen Kisten ins Auto gepackt, damit ich sie zum abbinden weitertransportieren kann. Leider sprang das Auto dann nicht an.

Klar, dass bei diesem Wetter auch die gelben Engel reichlich zu tun hatten, nach 2 Stunden kam ich dann aber doch durch und mir wurde geholfen. Die Ursache für das lustlose Fahrzeug liegt im Dunkeln. Es gab eigentlich gar keinen Grund. Kurzentschlossen und völlig planlos ritt ich sicherheitshalber sofort zur örtlichen Autowerkstatt. Die hat bis 01.01.2015 geschlossen. Meine Runde durch Berg und Tal  und verschneite Höhen hat mich überlegen lassen, ob ich das als Entschleunigungsreise durchmogeln soll, aber das wäre irgendwie doch unethisch.

Meine Viertelstunde Entspannung werde ich jetzt gleich beim Schnippeln diverser Gemüse für einen großen Topf Suppe haben. Das erfordert Konzentration und riecht dazu auch noch lecker, also sehr, sehr entspannend für mich.

Da ich bis eben gerade unterwegs war, braucht mein Körper viiiiiel Wasser, deshalb werde ich das heute Abend noch in größeren Mengen trinken. Und dann freue ich mich darüber, dass ich heute früh schon eine Collage mit Anstrickbildern gemacht habe und jetzt gar nichts mehr basteln muss. Hier also Bilder vom ersten Teil des Guttut Tuches:

Toll, wie unterschiedlich die Farben wirken, vielen Dank an alle, die ein Bild eingestellt haben. Bevor ich jetzt Pelznasen einsammle

noch der Tagesspruch, aus dem just in diesem Moment an zufälliger Stelle aufgeschlagenen Oculatum Buch:

„Der Gedanke geht dem Handeln voraus, das Handeln der Konsequenz“

Wenn das mal nicht zum Titel des heutigen Beitrags passt und reichlich Stoff zum Philosophieren bietet!

So richtig Sonntag

Nach den letzten Tagen, an denen ich an jedem Tag irgendwohin fahren musste, bleibe ich heute mal schön zuhause. Draußen ist es eisig, ein Nordostwind bläst. Dafür scheint die Sonne und da ich zufällig ein paar warme Mützen, Handschuhe und Cowls in der Schublade habe,

steht einem Sonntagsspaziergang nichts im Wege. Danach dann schnell ins Warme und ich trinke eine schöne Tasse heiße Schokolade mit einer Prise Muskat.

Zuvor freue ich mich heute aber über die zahlreich erschienenen Finken und Stieglitze an der Vogelfutterstelle, ich finde diese dicken Körnerbeißerschnäbel so knuffig. Gerne würde ich euch Fotos zeigen, aber die scheuen Piepser haben ein ausgezeichnetes Gehör und sind immer ganz schnell weg, egal wie ich mich anschleiche.

Eine verspielte Viertelstunde habe ich heute mit den drei Katermännern verbracht. Nachdem wir gestern beim Stricktreffen das Thema „Meine Katzen verstehen sich nicht“ hatten, habe ich heute ein altbewährtes „Spiel“ getrieben und einzelne Trockenfutterstückchen geworfen. Es ist so schön zu sehen, wie eifrig die drei „ihrem“ Leckerchen hinterherjagten. Vor allem Kalle war von dem Spiel total begeistert und ist so süß anzusehen, wenn er sich auf seine Beute wirft. Ich nehme mir viel zu selten Zeit für die Jungs, dabei ist das eine wirklich einfache und konzentrierte Art der Entspannung.

Und obwohl ich jetzt gerade mal gargarnix tue, sagt meine Karte von Frau Hay heute: „Mein Einkommen wächst stetig“. Das finde ich klasse, zeigt es mir doch, dass ich mit meinem Entschleunigungsprogramm auf dem richtigen Weg bin.

 

Babyfotos

Entschleunigung kann auf vielerlei Arten stattfinden und ich merke gerade, wie ich schon am Vorabend beginne zu überlegen, was ich denn am nächsten Tag in meiner Entspannungsviertelstunde machen will. Das ist natürlich Unsinn, es geht mir ja gerade darum, im Moment zu sein und mich jeden Tag überraschen zu lassen.

Eins war aber sowieso klar: heute trinke ich einen Latte Macchiato, denn ich gehe am Nachmittag zum Stricktreffen ins Café Balance. Das heißt einfach so, wir treffen uns immer da und ich habe den Ort nicht wegen des Themas hier ausgewählt. Natürlich ist das auch das, worüber, oder besser worauf ich mich heute freue: unser allmonatliches Stricktreffen

Ausgewählt habe ich heute das „Körper und Seele“ Kartendeck von Louise L. Hay.

Schon Mitte der80er Jahre kaufte ich ein Buch von ihr, damals noch die Taschenbuchausgabe vom Körper und Seele Programm. Inzwischen gibt es das Buch „Gesundheit für Körper und Seele“ auch schon lange in einer illustrierten Neuausgabe mit wunderschönen Farben und Zeichnungen von Louise auf jeder Seite. Da konnte ich nicht widerstehen und habe es noch einmal gekauft. Und dann das Kartendeck mit Affirmationen und wie liebevoll die Karten gestaltet sind, seht ihr z.B. hier beim Spruch des Tages – die Farbwiedergabe ist allerdings nicht so toll, ich hab das Foto vorhin schnell auf der Fensterbank geschossen:

Als ich die Karte gezogen habe, dachte ich: „Naja klar, das weiß ich doch schon.“ Da das Universum Humor hat, kam dann aber gleich die praktische Umsetzung. Der Gedanke „Bildbearbeitung ist nervtötend.“ aus meinem Berufsalltag wurde spontan ersetzt durch „Was für süße Bilder, die will ich gleich mal überarbeiten.“ Meine sehr entspannte und konzentrierte Viertelstunde heute wurde also überraschend dem Thema Katzenbabies gewidmet. Kater Nikita und Kätzin Grisgris habe ich 2008 alleingelassen auf einem Abbruchgrundstück entdeckt. Die beiden ca. 3 Wochen alten Babies wurden dann mit dem Fläschchen gepäppelt und entwickelten sich zu Prachtexemplaren. Ich finde, Bilder von Tierbabies setzen immer positive Emotionen frei (vorausgesetzt natürlich man mag Tiere) und deshalb gibt es heute für alle eine Babycollage vom Auffinden bis zum Alter von 3 Monaten:

Glanz und Gloria zur Ballsaison

Am zweiten Tag des Entschleunigungs Projektes, also gestern, habe ich mich kurzzeitig gefragt, welches himmlische Sabotageteam wohl am Werk ist. Plötzlich sind zwei meiner Pelznasen krank oder verletzt, da kann doch was nicht stimmen! Glücklicherweise ist alles gut ausgegangen und heute freue ich mich darüber, dass ich die Rückreise vom Notfall-Tierarzt irgendwo im Nirgendwo überlebt habe. Kurz dachte ich nämlich, es ist für den leicht am Auge angekratzten Kater Domingo

und mich vorbei, als mir mitten im Wald in Dunkelheit und Regen in der Kurve ein Auto mit Fernlicht entgegenkam – auf meiner Spur. Zum Glück fahre ich auf dunklen Landstraßen in Wäldern mit Wildwechsel ziemlich langsam und konnte rechtzeitig bremsen. Nochmal gut gegangen und das Leben geht weiter.

Außerdem freue ich mich, dass sich schon einige Strickerinnen am Guttut Tuch ausgetobt haben und das Design gefällt. Anstrickbilder zeige ich euch, wenn der zweite Teil am nächsten Mittwoch veröffentlicht wird. Wer nicht beim Mystery mitstrickt, weil so ein Tuch doch ein ziemlich großes Projekt ist, mag vielleicht diese kleinen festlichen Stülpchen stricken:

Das Modell habe ich vor einigen Jahren für ein Blogprojekt von Frau Seelenruhig entworfen, das Thema hieß „Glanz und Gloria“. Diese und andere Anleitungen könnt ihr kostenlos in meinem Ravelry Store herunterladen, die kostenlosen sind die, bei denen „free“ daneben steht.

Draußen fängt es an zu schneien, das ist wunderschön und passend zur Entschleunigung. Heute werde ich bei diesem stimmungsvollen Außenanblick drinnen bleiben und eine Viertelstunde Maschenmarkierer basteln. Das finde ich immer richtig gut, ich bin völlig auf mein Tun konzentriert und habe dann auch noch ein schönes und praktisches Ergebnis wie diese heißgeliebten Mondstein Markierer:

Als erfrischendes Highlight bei all der Besinnlichkeit werde ich heute ein Glas Marrokanischen Minztee trinken.

Mein Tagesspruch ist heute inspiriert vom Aura Soma Online Reading und lautet:

„Ich lasse los und finde Sonnenschein in meinem Herzen“

Let the sunshine in

Worüber ich mich heute freue ist ganz einfach: wie herrlich die Sonne alles verzaubert und zum Leuchten bringt, was vorher trist und dunkel war

Da bekomme ich so richtig Lust rauszugehen und Fotos zu machen. Nachdem die letzten beiden Tage vornehmlich Kater Kalle gewidmet waren, der mal wieder nicht fressen wollte, habe ich mir heute früh gleich vorgenommen, mit meinem Tigger ausgiebig zu schmusen. Heute habe ich also eine Viertelstunde mit dem Katermann auf dem Schoß im Sessel gesessen und mich beschmusen und beschnurren lassen. Er ist ein Entspannungsmeister par exellence!

Heute werde ich mal ganz konzentriert einen Liter Wasser trinken und zwar ohne Kohlensäure und andere Zusätze, sondern das, was auf gut hessisch „Kranewasser“ heißt oder auch Aqua di Leitung. Wie ätzend Kohlensäure ist, habe ich erfahren, als ich bei Chemo und Bestrahlung einen entzündeten Hals hatte. Die Säure hat regelrecht „gebissen“ beim Schlucken, seither hat sich das für mich weitestgehend erledigt mit dem Bizzel. Wer mehr zum Thema Wasser trinken lesen möchte, findet HIER einen interessanten Artikel.

Mein Spruch des Tages stammt aus dem an zufälliger Stelle aufgeschlagenen Oculatum Buch und lautet:

„Kehre immer wieder zu deinem Herzen zurück“

Ich wünsche euch von Herzen noch einen entschleunigten Weihnachtsfeiertag